Im Badhaus
(Die Königin der Blumenmädchen – Teil 1)
Prolog
Es gibt Märchen, die ihren Weg nicht in Kinderbücher finden, und aus verständlichen Gründen von Eltern ihren Kindern auch im fortgeschrittenen Alter meist vorenthalten werden.
Trotzdem haben diese Geschichten die Jahrhunderte überdauert, überliefert meist nur in mündlicher Form. In früheren Zeiten oft an Lagerfeuern erzählt, später dann in dunklen Stuben unter Zechern zu fortgeschrittener Stunde zum Besten gegeben.
Der Genuss des dabei genossenen Weines mag die ein oder andere Nuance verändert, manches hinzugefügt und manches weggelassen haben. Immer wieder hielten es die Zuhörer für Wert das Erzählte auch weiterzugeben und nicht in Vergessenheit versinken zu lassen, wie auch ich dir, lieber Leser, heute diese Geschichte kundgeben möchte.
Wie viele andere schon Jahrhunderte zuvor, darfst auch du, die Erzählung in die Welt hinaustragen, und gerne darfst du erwähnen wer sie dir erzählt hat. Allerdings solltest du davon Abstand nehmen diese Geschichte deinen Kindern zu erzählen, bevor sie die Reife jenes Alters erlangt haben, dass sie in die Lage versetzt den Inhalt auch vollständig zu erfassen und richtig für sich einzuordnen.
Barthel war ein kräftiger Kerl, der sich vor niemandem verstecken musste. Gleichsam wirkte er auch geistig gewandt, und wusste durchaus elegant aufzutreten, obschon er in der Hierarchie der Kirchenbauer noch längst nicht bis in die Spitze aufgestiegen war.
Gerade erst war er von seiner Wanderschaft als Geselle zurückgekehrt, die ihn bis nach Italien geführt hatte, und war bei seiner Ankunft für einige Tage das beherrschende Stadtgespräch gewesen, insbesondere bei den jungen Damen.
Schien er doch gerade im rechten heiratsfähigen Alter, und so mancher Maid gefiel sein markantes Gesicht, welches von vollem, lockigem, braunen Haar umrahmt wurde. Hochgewachsen, so das viele zu ihm aufschauen mussten, wünschte sich so manches Weib heimlich seinen Besuch in ihrer Kammer.
Und auch die älteren Frauen taxierten seinen Anblick und kamen durchweg zu dem Schluss, dass er einen hervorragenden Tausch gegen ihren, in die Jahre gekommenen, Gockel abgeben würde.
Ganz besonders zu ihm hingezogen fühlte sich Flordelis die blonde Kaufmannstochter, die jüngste der drei Töchter des Kaufmanns Baldemarus. Ihr Schwärmen war so offensichtlich, dass ihre Mutter, die hochangesehene Hiltgunt, die ihrerseits einer bedeutenden Kaufmannsfamilie entstammte, das erweckte Feuer in ihrer Tochter bemerkte und diese geradezu dazu drängte sich, wenn immer nur möglich, sich in die Nähe des Kirchenbauers zu begeben.
Zwar hätte der Vater Baldemarus lieber einen tüchtigen Kaufmannssohn als Gatten seiner Tochter gesehen, doch war er diesbezüglich bereits mit seinen beiden älteren Töchtern erfolgreich versorgt, und an Geld und Beziehungen mangelte es ihm nicht.
Dafür bedachte der kluge Kaufmann Baldemarus, dass schon längere Zeit Frieden im Land herrschte, dem er zunehmend nicht mehr traute. War es doch häufig in der Vergangenheit so gewesen, dass die Menschen in langen Friedenszeiten übermütig geworden waren, und die Gräuel eines Krieges vergessend, gegenseitigen Unbill heraufbeschworen.
Wenn auch ein tüchtiger Kaufmann in Kriegszeiten gute Gewinne machen konnte, so war ein gestandenes Mannsbild in der Familie doch eine beruhigende Ergänzung. Und dieser kräftige Kirchenbauer machte in jeder Hinsicht eine gute Figur.
Zum einen hatte Baldemarus gehört, dass Barthel auf seinen Wanderungen auch durchaus so manchen Strauß ausgefochten und stets Sieger geblieben war, zum anderen schien er jedoch auch über ausreichende Manieren zu verfügen, um den Stand der Familie nicht zu gefährden. Darüber hinaus war allseits bekannt, dass die Kirchenbauer untereinander eiserne Hilfsgelübde pflegten, und ein Angriff auf die Familie von einem unter ihnen, stets die Unterstützung aller anderen heraufbeschwor. Und da die Kirchenbauer zudem stets die Unterstützung der Kirche und der Obrigkeit hinter sich wussten, war dies ein Pfund, mit dem sich in potentiellen Krisenzeiten gut wuchern ließ.
Auch war Baldemarus das Schwärmen seiner Tochter für Barthel nicht verborgen geblieben, und vor dem Zubettgehen hatte er seiner Hiltgunt gegenüber geäußert, dass er nichts gegen eine entsprechende Verbindung einzuwenden hatte.
Mit ihrem lieblichen, von langen blonden Haaren umrahmten Gesicht, den tiefblauen Augen, ihrem schlanken aufrechten Wuchs und den rechten Proportionen an den Stellen wo Männer sie gerne haben, war Flordelis zuversichtlich bald die Aufmerksamkeit von Barthel auf sich ziehen zu können.
Doch Flordelis war nicht die Einzige, welche ein Auge auf Barthel geworfen hatte, denn auch der Tochter des amtierenden Kirchenbaumeisters der Stadt, war der stattliche Kerl aufgefallen, und hatte ihr Blut in ihren Träumen bereits in Wallung gebracht.
Zwar war Bigela eher ein stilleres Wasser, wie man so zu sagen pflegte, doch war schon so mancher Jüngling von ihren hochweiblichen Formen wie auch ihren dunklen braunen Augen in den Bann gezogen worden, und förmlich in ihnen versunken.
Dabei blieb Bigela stets reserviert und zurückgezogen, und war in dieser Hinsicht das ganze Gegenteil der lebenslustigen Flordelis, welche mit ihrem fröhlichen Lachen eine ganze Gesellschaft anstecken konnte.
Während Bigela sich meist in elegante dunkle Kleider hüllte, geizte Flordelis nicht mit ihren Reizen, und kokettierte mit hellen fröhlichen Farben, die sie unter anderem gern auf jeder Kirchweih beim Tanz zur Schau stellte.
Bei einer solchen Begebenheit war es Bigela auch nicht verborgen geblieben, dass Flordelis wohl ihre schärfste Konkurrentin um die Gunst des Barthel war, denn als Flordelis mit ihrer Fröhlichkeit wieder einmal alle unterhalten hatte, waren die Augen Bartels nicht mehr von ihr gewichen. Ausgelassen hatte er bald die Weisen mitgesungen, die Flordelis angestimmt, und mit ihrer Laute begleitet hatte.
Doch Bigela hatte wiederum in ihrem Vater einen unschätzbaren Trumpf, denn der Schwiegersohn eines Kaufmanns, selbst wenn er noch so kunstfertig und angesehen wäre in der Stadt, hätte wohl kaum Chancen irgendwann einmal selbst zum Kirchenbaumeister aufzusteigen.
Zwar gab es kein Gesetz, dass dies verboten hätte, und offiziell stand lediglich die Eignung und die langjährige erfolgreiche Ausbildung im Raum, doch bewies die gelebte Praxis, dass der Aufstieg über das Bett einer Tochter des Kirchenbaumeisters, oder die Heirat der Witwe eines solchen, bei gleichwertiger Eignung, ein sicheres Pfand zu sein schien.
Im Badhaus
Da Barthel durchaus ehrgeizig wirkte, war dem Kaufmann Baldemarus wohl bewusst, dass Bigela, die Tochter des Kirchenbaumeisters die größte Konkurrentin seiner Flordelis war. Baldemarus wäre in seinem Kaufmannsleben aber bei weitem nicht so erfolgreich gewesen, wenn er nicht über eine gewisse Findigkeit und Ideenreichtum verfügt hätte.
So kam er auf die Idee, den Liebreiz seiner Tochter auszunutzen, um Barthel für sie einzunehmen.
Und selbstverständlich dachte er dabei nicht nur an den Liebreiz der jedem offensichtlich war welchem Flordelis auf der Straße begegnete.
Baldemarus war davon überzeugt, dass wenn Barthel ein Auge auf seine unbekleidete Tochter gewährt würde, dieser mit Sicherheit in heißes Begehren zu ihr verfallen würde, was seinen Wunsch einmal Kirchenbaumeister zu sein sicher in den Hintergrund treten ließe.
Dazu ließ er die Gewohnheiten von Barthel durch einen seiner Knechte herausfinden, und es ergab sich, dass Barthel jeden Samstag in ein bestimmtes Badhaus ging um sich dort für den Sonntag fein zu machen.
Nun war jenes Badhaus in ihrer Stadt nicht ganz so verrufen, wie vergleichbare Einrichtungen, da es von einer ehrbaren Witwe geführt wurde, die ihre Dienste hauptsächlich den gehobenen Herrschaften der Stadt anbot, wenn sie auch offen dafür war ab und an gewisse Kuppeldienste zu unterstützen.
So kam es, dass Herr Baldemarus seine Tochter an einem Samstagnachmittag in jenes betreffende Badhaus begleitete, und es mit der Hilfe der Witwe Keterlyn zu arrangieren wusste, die beiden Zuber in unmittelbarer Nähe dessen zu besetzen, in welchem Barthel laut singend seinem Reinlichkeitsritual nachging.
Die Witwe Keterlyn hatte bewusst einen Raum ausgewählt, in welchem nur drei Zuber standen, alle natürlich durch einen schweren Vorhang voneinander getrennt, so dass im Normalfall die Sittlichkeit gewahrt sein würde.
Also musste Baldemarus nun nur noch dafür sorgen, dass aus diesem Normalfall an jenem Tag ein besonderer Fall wurde, und auch dafür hatte er sich bereits etwas einfallen lassen.
Während Flordelis bereits in ihrem Zuber planschte, war Baldemarus noch angekleidet geblieben, und hatte lediglich seinen Zuber mit heißem Wasser füllen lassen. Unter dem Vorwand, seine eigene Seife vergessen zu haben, betrat er durch den Vorhang den abgeteilten Raum zu Flordelis. Alsdann erbat er sich von ihr deren Seife in, für Barthel, deutlich vernehmbarer Lautstärke, wohl wissend, dass er dieselbe selbst zuvor aus ihrem Korb genommen, und versteckt hatte.
So war es also kein Wunder, dass Flordelis vergeblich nach ihrer Seife suchte. Baldemarus seinerseits begann über die Nachlässigkeit seiner Tochter zu schimpfen. Es störte ihn dabei nicht, dass er ja selbst den Vorwand genutzt hatte in Flordelis Zuberabteil zu kommen, weil er seine eigene Seife vergessen habe.
Baldemarus erhob seine Stimme so, dass Barthel im angrenzenden Abteil, selbst durch die schweren Vorhänge hindurch, sicher aufmerksam werden musste.
Laut verkündete er seine Tochter für ihre Nachlässigkeit bestrafen zu wollen, bestand jedoch darauf, dass diese zuerst ihr Bad beendete. Er selbst würde sich nun peinlicherweise von jemand anderem eine Seife ausborgen müssen, damit Flordelis auch richtig sauber würde.
Entschlossen zog Baldemarus den schweren Vorhang zu Barthels Zuberabteil zur Seite, und stand flugs vor dem staunenden, immer noch im Wasser sitzenden, Barthel.
„Verzeihen
der Herr!
Mögen sie einem erzürnten Vater bitte mit einer Seife aushelfen, dessen
nachlässige Tochter ihre selbst vergessen hat“.
Selbstverständlich war Barthel dazu bereit, und reichte Baldemarus seine Seife, auch wenn er der Ansicht war, dass dieser Herr seiner Tochter unrecht tat, da Barthel ja mit eigenen Ohren gehört hatte, dass auch der Vater seine Seife vergessen hatte.
Etwas ungewöhnlich erschien Barthel zudem, dass Vater und Tochter da zusammen im Badhaus in den Abteilen neben seinem Zuber erschienen waren, denn für gewöhnlich blieben die Weiber unter sich, und Töchter gingen mit ihren Müttern, wenn überhaupt.
„Ergebensten Dank der Herr“, ließ Baldemarus vernehmen, und wandte sich zurück zum Abteil in welchem Flordelis etwas ratlos in ihrem Zuber saß. Nicht zufällig blieb dabei der Vorhang zwischen den Abteilen weit geöffnet, so dass Baldemarus die folgenden Geschehnisse wachen Auges verfolgen konnte.
Dabei konnte Barthel zunächst beobachten, wie Flordelis abgeseift wurde, und dann in ihrem Zuber aufstehen musste, damit Herr Baldemarus sie mit frischem Wasser übergießen konnte. Was Barthel da zu sehen bekam, gefiel ihm sehr wohl, denn die schlanke Gestalt mit der blütenweißen Haut hätte sicherlich kaum seiner Seife bedurft, um das Zimmer zu erleuchten - so schien es zumindest in den Augen von Barthel.
Als nächstes musste Flordelis aus dem Zuber heraussteigen und sich abtrocknen. Danach hieß Herr Baldemarus seine Tochter sich bücken, und nicht unabsichtlich stand sie da mit dem Po in gerader Richtung auf den immer noch im, langsam immer kälter werdenden, Wasser sitzenden, erstaunten Barthel.
Dieser genoss den Anblick, der in gebückter Stellung verharrenden Flordelis, welche dadurch nicht nur ihre hübschen blendendweißen Pobacken präsentierte, sondern auch Einblicke in ihr „Allerheiligstes“ gewährte, die dazu führten, dass sich in Barthels Zuber eine beachtliche „Lanze“ aufrichtete.
Gebannt auf die ihm dargebotene Rückfront von Flordelis starrend, bemerkte Barthel erst das Herr Baldemarus seinen Gürtel aus den Schlaufen seiner Hose gezogen hatte, als dieser auch schon klatschend auf die Hinterbacken von Flordelis auftraf, und dort einen breiten roten Streifen hinterließ.
Flordelis schrie auf, kam aber gar nicht dazu sich zu entwinden, denn ihr Vater hatte sie nun um die Taille gefasst, und den Gürtel kurz genommen. Dadurch war nun Flordelis in eine Position gekommen, in welcher Barthel noch tiefere Einblicke bekam, da Flordelis gezwungen war, die Beine etwas auseinanderzunehmen, um das Gleichgewicht zu halten.
Ihr Vater hingegen ließ sich Zeit, um nacheinander genüsslich einige Male den Gürtel über Flordelis Po zu ziehen, wo sich bald eine zunehmende Hitze breitmachte.
Selbstverständlich schlug Baldemarus nicht wirklich allzu heftig zu, sich darauf beschränkend, eine anregende Rötung hervorzurufen. Aus eigener Erfahrung wusste er, dass es auf die Männlichkeit nicht ohne Wirkung blieb, das gut durchblutete Hinterteil einer Frau zu betrachten. Er selbst praktizierte gerne diesen Brauch, bei welchem er mit einem Riemen den Hintern seiner Hiltgunt zu versohlen pflegte, wenn er danach gedachte bei ihr einzufahren. Stets schien Hiltgunt in solchen Fällen deutlich leidenschaftlicher zu sein, und auch seine eigene Männlichkeit schien dann in jugendliche Zeiten zurückversetzt.
Mit solchen Gedanken im Kopf führte Baldemarus das Ritual bei seiner Tochter noch ein wenig fort, bis er sich sicher war, den gewünschten Eindruck bei Barthel hinterlassen zu haben. Dann ließ er sie frei, und entschuldigte sich bei Barthel dafür, jetzt erst bemerkt zu haben, dass der Vorhang ja gar nicht geschlossen war.
„Der junge Herr möge die Unannehmlichkeiten und den Lärm bitte entschuldigen, selbstverständlich werde ich voll für die Kosten seines Bades aufkommen“, sprach er zu dem etwas verdutzt dreinschauenden Barthel, und bemerkte dabei die an die Oberfläche des Wassers vorgestoßene, steife „Lanze“ des Barthel.
Mit dem Ergebnis seiner Unternehmung zufrieden, zog er den Vorhang zu, kehrte zurück zu seiner Tochter, und bald darauf machten sie sich auf den Heimweg.
Flordelis war es natürlich peinlich gewesen so vor ihrem Schwarm gezüchtigt und gedemütigt worden zu sein, doch auch sie hatte verstohlen einen Blick in Richtung Barthels Zuber werfen können, und dabei seine kräftige Männlichkeit erhascht.
„Vielleicht hatte es ja doch sein Gutes …“, dachte sie bei sich.
Libertineros 2021, 2025
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